Soft Skills im Sekretariat

Ihr beruflicher Erfolg wird zu 90 Prozent von Ihrem persönlichen Image bestimmt - das haben Studien ergeben. Ihre Fachkompetenz wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Das Entscheidende ist, wie Sie Ihr Können und Ihre Fachkompetenz nach außen präsentieren, damit diese wahrgenommen werden. Der Schlüssel dafür sind Ihre sogenannten Soft-Skills, etwa Ihre Kommunikations-, Durchsetzungs- und Überzeugungsfähigkeiten, Ihre Selbst-PR etc

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Verdacht auf Burn-Out


Autor Nachricht
Verfasst am: 22. 10. 10 [14:25]
Edana
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 236
Hallo Ihrs,

ich brauche mal Rat. Ich habe einen Kollegen, um den ich mir grade große Sorgen mache. Seit ein paar Tagen verhält er sich extrem anders. Er ist unkonzentriert, starrt oft nur aus dem Fenster, ist oft gereizt und wenn man ihn was fragt, versteht er überhaupt nicht mehr, worauf man hinaus will. Zusätzlich verrent er sich oft in Themen. Vor gut zwei Jahren hab ich ein ähnliches Verhalten bei einer Freundin von mir gesehen, bevor sie in die Depression abgerutscht ist, deshalb befürchte ich fast, daß es ihm ähnlich geht, vor allem weil er bereits eine Vorgeschichte in der Hinsicht hat.

Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll. Ihn direkt ansprechen wird nichts bringen, zumindest nicht im Moment. Habt Ihr einen Rat, was ich sonst machen könnte?
Verfasst am: 22. 10. 10 [15:52]
speedy1984
Dabei seit: 14.01.2009
Beiträge: 1545
Hallo Edana,

ich finde es sehr schön und auch mutig, dass du nicht zusehen willst, wie dein Kollege evtl. "zu Grunde geht" sondern was unternehmen/versuchen möchtest.

Wie groß ist eure Firma und in welcher Position bist du? In wie weit waren die Leistungen deines Kollegens bisher wichtig?

Wir haben bei uns so etwas wie einen "Personalbeauftragten" an den wir uns bei solchen Verdachtsfällen wenden könnten oder je nach Vorgesetzten kann man auch mit denen reden. Sicher muss nur sein, dass der Vorgesetzte den Kollegen auch als wertvoll einstuft und behalten will. Ich habe leider auch schon Chefs gesehen, bei denen das nicht der Fall war und die nicht kündigen wollten/konnten sondern es dann eher auf die Ekel-Tour versucht haben... Ein guter Chef oder Personalbeauftragter geht darauf ein und bittet zum Gespräch. Wenn dein Kollege auch nur 10 % sagt, was er fühlt, kann am Ende schon was bewirkt werden - die Frage ist aber auch, wie groß sein Ego ist.

Die Meisten gestehen eine "Niederlage" erst sehr spät, wenn nicht sogar zu spät ein - nicht jeder kann offen darüber reden.

Sicher ist: wenn es nicht einfach nur eine kurze Phase ist, ist es ein langer Weg "zurück in die Normalität". Ich hoffe nur das Beste für dich und deinen Kollegen!

Ein schönes WE!
Speedy
Verfasst am: 24. 10. 10 [20:47]
Edana
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 236
Hallo Speedy,

erst mal danke für deine Tipps. So einen Personalbeauftragten haben wir leider nicht, aber ich auf jeden Fall einen Vorschlag machen, den ich neulich in einer Zeitung gelesen habe, nämlich eine Art Beratungsvertrag mit eiunem psychologischen Dienst.

Ich bin Sachbearbeiterin in der Vertriebsabteilung eines großen Konzerns. Die Stelle meines Kollegen ist insofern wichtig, daß er eine Schnittstelle zu unseren internationalen Kollegen darstellt.

Mein Chef gehört leider nicht zur verständnisvollen Sorte, dennoch haben meine Kollegin und ich uns Freitag zwangsweise an ihn gewendet, nachdem die Kollegin mr sagte, daß sie sich nicht mehr traut etwas zu sagen, so lange M. im Raum ist. Sie hat Angst daß er sie wieder verbal oder vielleicht sogar physisch angreift, und mir war auch nicht mehr wohl damit, mit ihm alleine zu sein. Bereits bevor wir ihn eingeschaltet haben, wollte unser Chef mit ihm reden, aber das hat M. ganz kategorisch abgelehnt, weil er "jetzt gerne ins Wochenende gehen würde."

Kurz nach meinem Post fing er auch an, völlig ohne Grund zu kichern.

Ich habe meinem Chef jedenfalls meinen Verdacht geäußert, daß M. Depressionen hat. Ich bin jetzt mal gespannt, wie sich das die nächsten Tage entwickelt, wenn mein Chef nicht da ist. Sollte das noch schlimmer werden mit ihm, gehe ich zu unserer Geschäftsführerin. Die hat bisher als sehr verständnisvoll und Mitarbeitersorgen gegenüber offen erwiesen.
Verfasst am: 25. 10. 10 [14:30]
Ute-S
Dabei seit: 09.01.2006
Beiträge: 873
Hallo Edana,

ich finde es schön, dass Du Dir Sorgen um Deinen Kollegen machst. Aber bist Du sicher, dass sein Verhalten wirklich beruflich bedingt ist? Burn-out im Job kommt eher schleichend, wird über längere Zeit immer ein bisschen schlimmer.

Mich macht stutzig, dass Du "seit ein paar Tagen" schreibst. Da könnte natürlich auch ein privater Grund (Streit mit der Partnerin, Todesfall in der Familie, usw.) die Ursache sein. Und dann ist es eher nicht hilfreich, wenn der Chef sich einmischt. Gibt es denn keinen engen Kollegen, mit dem er sich gut versteht und der mal vorsichtig "nachhaken" könnte?
Verfasst am: 25. 10. 10 [21:39]
Edana
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 236
Hallo Ute,

es kam ja nicht so plötzlich... nur so extrem wie die letzte Woche war sein Zustand noch nie. Es haben schon mehrere Kollegen versucht, mit M. drüber zu reden, aber er ist der Ansicht ihm fehlt nichts. Mittlerweile bin ich nach einem Gespräch mit einer Freudin, die im sozialpsychologischen Bereich tätig ist, davon überzeugt, daß er Depressionen hat. Nur will er sich das offenbar selber nicht eingestehen... er schiebt das immer alles auf die Arbeit.

Mittlerweile überlegt ein Kollege, ob er M.s Familie kontaktiert... wir sehen sonst keine Möglichkeit mehr, ihm noch zu helfen...
Verfasst am: 23. 11. 10 [12:45]
Meuselchen
Dabei seit: 31.05.2006
Beiträge: 61
Hallo Edana,

hat sich in der Sache mit Deinem Kollegen schon etwas ergeben??

Ich finde es gut, dass ihr Euch Sorgen macht und ihm helfen wollt - stelle mir die ganze Sache aber sehr schwierig vor, gerade auch deswegen, weil der Kollege sich ja nicht unbedingt helfen lassen will icon_neutral.gif
Verfasst am: 23. 12. 10 [16:35]
Edana
Themenersteller
Dabei seit: 22.06.2007
Beiträge: 236
Kurzes Update:

Leider hat sich hier trotz Gesprächen unserer Chefs nichts Neues ergeben. M. hat mittlerweile immer "brilliantere" Ideen, zum Beispiel bei Glatteis mit dem Fahrrad über Supermarktparkplätze zu kurven, weil das Rutschen ja so "geil" ist oder mich und meine Kollegin zu kontrollieren. Seine Aggressionen haben sich auch nicht wirklich gelegt, und jetzt kam auch noch raus, daß er einen wichtigen Kunden vertrauliche Daten (unter anderem Bestandteile der Preiskalkulation) rausgegeben hat, die der Kunde gar nicht haben sollte.

Mittlerweile ist unsere Sorge in totale Frustration umgeschlagen. Wir können weder mit ihm reden noch mit ihm arbeiten, weil er wirklich nichts mehr kapiert und uns mit irgendwelchen Klenigkeiten ablenken will (z. B. schickt er uns dauernd Youtube-Videos, die wir uns ansehen sollen). In der Zwischenzeit machen wir seine Arbeit mit und bügeln seine Fehler aus.

So fies sich das anhört, aber meien Kollegin und freuen uns mittlerweile über jeden Tag, an dem M. nicht da ist, da wir dann mal richtig effektiv arbeiten können. Wir wissen langsam echt nicht mehr weiter.



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