Soft Skills im Sekretariat

Ihr beruflicher Erfolg wird zu 90 Prozent von Ihrem persönlichen Image bestimmt - das haben Studien ergeben. Ihre Fachkompetenz wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Das Entscheidende ist, wie Sie Ihr Können und Ihre Fachkompetenz nach außen präsentieren, damit diese wahrgenommen werden. Der Schlüssel dafür sind Ihre sogenannten Soft-Skills, etwa Ihre Kommunikations-, Durchsetzungs- und Überzeugungsfähigkeiten, Ihre Selbst-PR etc

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Thema mit vielen Antworten

Diagnose: BurnOut


Autor Nachricht
Verfasst am: 04. 06. 10 [14:25]
Oachkatzl
Themenersteller
Dabei seit: 27.03.2009
Beiträge: 115
Huhuuuu ...

Ich schmunzel gerade noch vor mich hin. Gerade eben hat meine ehemalige Kollegin wieder angerufen: meine Nachfolgerin hat gestern Nachmittag gekündigt und ist gleich zum Arzt, um sich für die restlichen Tage krank schreiben zu lassen, da die Herren von der Geschäftsleitung und auch die 2 Bürograzien nicht mehr mit ihr gesprochen haben. Es ist echt wie im Kindergarten *kopfschüttel*

Hexchen, ich werde nach Bad Bramstedt in die Schön Klinik gehen.
guckst du hier --> http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/bbr/index.php.de icon_smile.gif

Sonnige Grüße schickt Euch
das Oachkatzl

Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen, sondern möglich machen
und das Glück findest du nicht, wenn du es suchst, sondern wenn du zuläßt, daß es dich findet.
Verfasst am: 04. 06. 10 [15:59]
germanenwolf
Dabei seit: 26.09.2007
Beiträge: 496
Hallo Oachkatzl,

schön, dass Du noch eine späte Genugtuung erfährst.

Ich glaube bald, dass wir noch die Einzigen sind, die die Stellung halten!

Wünsche Dir ein schönes sonniges und erholsames Wochenende. icon_wink.gif icon_lol.gif

...wie immer mit interNETTEM Gruß aus dem Sauerland vom germanenwolf

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Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten führt zum Erfolg.
Verfasst am: 10. 06. 10 [09:37]
Firuze
Dabei seit: 21.07.2003
Beiträge: 842
Hallo Oachkatzl,

auch ich wünsche dir alles Gute für die Reha, ich hoffe, dass die Chemie zwischen dir und den Thereapeuten gleich stimmt, damit so richtig die Post abgehen kann.

Und denk immer daran: Nicht du bist für die Kündigung verantwortlich, sondern dein inkompetenter Ex-Vorgesetzter. Er ist nur ein armer Wicht ohne Rückgrat und Charakter und über solche Menschen sollte man sich nicht aufregen, man sollte sie bemitleiden auf Grund ihrer Defizite.

Und jede Veränderung - auch wenn sie zunächst erschreckt oder verunsichert - birgt auch einen Neuanfang in sich. Vielleicht möchtest du ja etwas ganz anderes machen, dich in eine ganz andere Richtung entfalten, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken und die ersten Schritte zu unternehmen.

Alles Liebe, fühl dich gedrückt und schreib vorallem ab und zu mal, wie es dir geht!!
Firuze

"Man sieht nur mit dem Herzen gut" Antoine de Saint-Exupéry
Verfasst am: 11. 06. 10 [08:24]
Pinkie
Dabei seit: 15.09.2007
Beiträge: 2607
Katzl,
ich habe Deinen Post vom 04.06. erst jetzt gelesen und dachte gleich, geschieht denen recht. Jetzt genieß aber die Reha und versuche loszulassen....Du startest jetzt einen Neuanfang.

Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich freuen, mal wieder zu lesen, wie es Dir so geht.
Verfasst am: 24. 06. 10 [14:44]
germanenwolf
Dabei seit: 26.09.2007
Beiträge: 496
--mein Kommentar zum heutigen Arbeitsalltag--
*********************************************

Je flexibler, desto besser...

Biegsamkeit ist eine hohe Tugend. Nicht umsonst haben schon vor Jahrtausenden die alten Inder das Yoga entdeckt, die Kunst sich systematisch zu verrenken, um irgendwann den Fuß um den hals legen zu können.

Ähnliche Flexibilität ist heutzutage in der Arbeitswelt gefragt.

Alles geht darum, den nächsten Auftrag an Land zu ziehen, das neueste Projekt über die Bühne zu bekommen und die immer anspruchsvolleren Kunden zufriedenzustellen.

Keiner fragt, wie groß dafür der Einsatz und die Verrenkungen sein müssen. Doch wo ist die Grenze der Flexibilität??

Und wenn Ihr Euch verbiegt, findet Ihr wieder zurück??

Denn wer sich verbiegt und sich daran gewöhnt, bleibt gekrümmt!

Habt Ihr eine absolute Schmerzgrenze??

Wenn ja, wo liegt sie??

Müsst auch Ihr ständig einsatzbereit sein??

Ideal für das Geschäft ist ein Angestellter oder Unternehmer, der nicht gebunden ist an Partner, Familie und Freunde, auch an eine bestimmte Umgebung und Kultur. Bindungen und Verbindungen stören und engen ein. Sie sind zu Hindernissen geworden, statt Unterstützung zu sein wie früher.

Gilt nun: Je flexibler, desto besser??

Flexibilität kann Stärke oder Schwäche sein. Wer sich wie ein Blatt im Wind von jedem Luftzug bewegen lässt, ist zwar flexibel, aber haltlos. Nur wer in sich Halt findet, besitzt die Fähigkeit zu gestalten.

Diesen Halt findet jemand in Einsichten, Werten und persönlichen Prioritäten, die zur eigenen Lebensphilosophie werden und das ganze Leben umfassen - weit über die Karriere hinaus.

Damit hat er Maßstäbe, "JA" zu sagen, aber auch "NEIN", falls erforderlich. Er kann sowohl gradlinig sein wie biegsam und flexibel!!!

...wie denkt Ihr darüber?? icon_rolleyes.gif icon_cool.gif icon_rolleyes.gif



...wie immer mit interNETTEM Gruß aus dem Sauerland vom germanenwolf

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Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten führt zum Erfolg.
Verfasst am: 26. 06. 10 [23:08]
Oachkatzl
Themenersteller
Dabei seit: 27.03.2009
Beiträge: 115
Hallihallo!

Da ich nun endlich Internetanschluss (der W-Lan-Empfang ist miserabel und mein Mann hat mir einen USTM-Stick besorgt) habe, möchte ich nun erzählen, wie es mir hier so geht. Wolf, zu deinem Beitrag schreibe ich dann später mal was ... danke aber erstmal dafür.

Ich habe mich inzwischen sehr gut eingelebt … hmm, eigentlich habe ich mich von Anfang an geborgen und „heimisch“ gefühlt. Die Reha-Station liegt in einem vom Haupthaus getrennten Einzelgebäude, wo ständig ca. 20 Patienten in Einzelzimmern wohnen. Diese sind recht großzügig und ganz praktikabel mit IKEA-Möbeln eingerichtet. Ein Therapeutenteam von 3 Bezugstherapeuten, einem Co-Therapeuten und einer Stationsärztin stehen uns in der Woche tagsüber ständig zur Verfügung und nachts und an den Wochenenden ist die Notbesetzung im Haupthaus immer für uns da. Mit meiner Bezugstherapeutin komme ich supergut zurecht … besser hätte ich es nicht treffen können. Aber auch die anderen sind ganz klasse, bisher habe ich noch keinen klagen hören.
Nun, zumindest die Reha-Leute sind alle zufrieden. Von den stationären "Krankenhauspatienten" hab ich schon hier und da etwas Unmut vernommen. Scheinbar sind dort einige Therapeuten krank und in Urlaub und somit fallen wohl etliche Therapien aus ... ob das richtig ist, kann ich nicht bestätigen. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass man seinen Mund auch auftun muss, wenn man etwas bekommen will. Nachdem ich Lust hatte zu malen, habe ich mir bei meiner Therapeutin einen Schein für das offene Atelier geholt, dort kann ich mich zu bestimmten Zeiten kreativ austoben.
Ein ganz tolles Bild habe ich schon fertig. Als ich daran Spaß gefunden habe, bin ich wieder zu meiner Therapeutin und habe sie gefragt, ob sie mich nicht für die Ergotherapie eintragen kann ... also hat sie mich auf die Warteliste gesetzt und Montag gehts nun los. Auch für das erweiterte Sportangebot habe ich mich explizit gemeldet und das angestoßen. Wenn ich auf meinem Zimmer sitze und warte, dass etwas passiert, dann ist es klar, dass ich enttäuscht werde. Die Therapeuten können nicht alles kennen, was mir auf dem Herzen liegt, da muss ich dann schon ein wenig nachhelfen.

Na, und über Langeweile kann ich bisher auch nicht klagen.
Das Programm beginnt morgens um 8.30 und endet dann um 17.00. Je nach Plan hat man natürlich auch schon mal etwas Freiraum dazwischen, aber den kann man mit Zusatzangeboten wie dem offenen Atelier, Radfahren oder auch mit einem schönen Waldspaziergang oder einem Cappuccino im Café gut überbrücken.
Auf meinem Wochenplan steht: Psychogruppentherapie (2 x), Einzeltherapie (1 x), Bewegtherapie (2 x), Bewegungsbad (1 x), Ergotherapie (2 x) und Info-Gruppe Depression (2 x), Ernährungsberatung (1 x), Progressive Muskelentspannung (2 x) … morgens haben wir zu Beginn gemeinsame Visite, bei der man evtl. Gesprächsbedarf bei seiner Therapeutin oder der Ärztin anmelden kann, bzw. die es bei uns tun, einmal in der Woche ist Visite der Oberärztin im eigenen Zimmer und ebenfalls einmal in der Woche ist das Patientenparlament, bei dem kleine Posten vergeben werden, wie: Blumen gießen, Kasse (für Karten und kleine Geb.-Geschenke etc.) führen, die Begrüßung in der Visite durchführen, das nächste Patientenparlament führen, Verabschiedungen und Neuankömmling ankündigen, den Spruch des Tages aussuchen und vortragen und Pate für Neuankömmlinge.

Ich habe das Glück, dass ich eine tolle Truppe erwischt habe. Die Leute, die zzt. mit mir hier im Haus sind, sind alle unheimlich nett und wir verstehen uns super. Wir lachen sehr viel (na, ich bin ja auch dabei *gg*), passen aber auch sehr gut auf jeden einzelnen auf. Wenn es einem nicht gut geht, dann ist immer ein anderer zur Stelle und hilft so gut es eben geht. Das ist wirklich eine tolle Erfahrung … komisch mal zu erleben, dass auch andere Mal das Helfersyndrom haben und ich nicht als Einzige immer mit dem Leuchtband auf der Stirn rumlaufe.

Für abends gibt es hier auch ein ausreichendes Freizeitprogramm:
Montags: Schmuckwerkstatt und Qigong
Dienstags: Yoga, Aquarellmalerei und Salsa bzw. Merengue tanzen
Mittwochs: Gymnastik (sehr anstrengend *stöhnundbeinereib*)
Donnerstags: Kuscheltiere basteln
Freitags: ständiger Wechsel
Sonntags: Selbstverteidigung für Frauen

Darüber hinaus gibt’s noch immer Angebote außer der Reihe, wie Schminken, Farbberatung etc.

Bewegtherapie, Bewegungsbad und Gehen ist ebenfalls Grundbestandteil hier für jeden Patienten. Darauf aufbauend kann man sich für das erweiterte Sportangebot melden. Dazu muss man aber den Hintern hochkriegen - wie das einige Therapeuten hier ausdrücken - und das auch schon mal in der Freizeit, denn auch da ist das Angebot hier riesig. Leider tun das meist die nicht, die vorher am lautesten von Abnehmen reden und das ist es, was ich ausdrücken wollte. Es muss ja keiner - es wird nur empfohlen.

Ich hatte jedenfalls vorgestern Morgen viel Freizeit und habe mit 2 andern eine 1 1/2-stündige Fahrradtour durch den Wald gemacht und war nachher richtig stolz auf mich icon_eek.gif) ... nachmittags sind wir eine knappe Stunde spazieren gegangen und abends hab ich mit einigen anderen noch 1 Stunde Qigong gemacht. Das tut mir sehr gut und ich konnte mich auch mit ruhigem Gewissen wieder auf das Abendessen freuen ;o)
Nun habe ich ganz ordentlich Muskelkater. Hier werden meine alten Knochen noch mal ordentlich gefordert ;o)

… manchmal vergesse ich ganz, dass ich krank bin und fühle mich fast schon ein bisschen wie in einem Robinson-Club mit dem ganzen Animationsprogramm *gg*

Am Donnerstag hatte ich das erste Gespräch mit der Ernährungsberaterin.
Erste Anordnung von ihr war: Waage wegwerfen … oder zumindest sehr weit in die letzte Ecke verbannen … hmpf … Diäten werden hier grundsätzlich nicht verordnet, lediglich eine "Erziehung zur gesunden Ernährung" erfolgt. Jeder Patient ist für seine eigene Speisezusammenstellung verantwortlich und alle haben das gleiche Buffet zur Verfügung.
Da ich in keiner der Essstörungsgruppen hier so richtig passe, hat sie mit mir nun Einzelgespräche einmal in der Woche vereinbart ... finde ich total nett. Bis zum nächsten Gespräch soll ich nun erst mal alles aufschreiben, was ich so am Tag esse und trinke und ich soll mir immer überlegen, ob ich mit dem, was ich gerade esse ein ganzes Leben zurecht kommen würde. Also, keinerlei Umstellung, damit mir nachher nichts fehlt, wenn ich wieder in den Alltag komme. Na, dann werden wir weiter sehen, was sie nächsten Donnerstag dazu sagt. Ich bin mal gespannt.

Nun, soviel für heute. Jetzt tiger ich mal los und hole mir noch meine Schlaftablette und dann lese ich noch ein paar Seiten … das kann ich übrigens schon wieder und freue mich riesig darüber.
Mehr News aus Bad Bramstedt in den nächsten Tagen ;o)

Ganz liebe und sonnige Grüße schickt euch
das Oachkatzl


Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen, sondern möglich machen
und das Glück findest du nicht, wenn du es suchst, sondern wenn du zuläßt, daß es dich findet.
Verfasst am: 29. 06. 10 [12:10]
Alleinzuhaus1
Dabei seit: 05.08.2005
Beiträge: 450
Hallo Oachkatzl,

das hört sich ja alles ganz toll an. Es freut mich sehr, dass Du es dort so gut getroffen hast. Derzeit spielt das Wetter ja auch sehr gut mit, dass man gerne in der freien Natur sich bewegt. Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit und werde wieder ganz gesund.

LG
Alleinzuhaus
Verfasst am: 29. 06. 10 [12:29]
Alleinzuhaus1
Dabei seit: 05.08.2005
Beiträge: 450
@ Germanenwolf

Dein Beitrag spricht mir sehr aus dem Herzen. Die Fragen, die Du da stellst, habe ich mir schon oft gestellt. Mit den Antworten, die ich mir selber dann dazu gebe, sind leider die allermeisten Chefs nicht zufrieden.

Ich denke, es wird allerhöchste Zeit, dass der Mensch an sich wieder mit all seinen Stärken und Schwächen zählt. Dazu gehört auch, dass man auch mal eine Zeit nicht so super Leistung bringen darf, wenn es z. B. im privaten Umfeld plötzlich ein massives Problem. Ich denke hier z. B. an Todesfälle, plötzliche Arbeitslosigkeit des Parters, schwere Erkrankungen in der Familie oder ähnliche Anlässe. Oder aber auch, weil ein Mitarbeiter die zusätzliche Arbeit einfach nicht mehr schaffen kann und daher auch mal nein sagen darf.

Leider ist es doch heute so, dass ein Mitarbeiter nur so lange gut ist, wie er vollen Einsatz rund um die Uhr für die Firma bringt. Funktioniert er nicht mehr so oder erkennt, dass er Raubbau mit sich selber treibt und kürzer treten muss, kommt gleich ein neuer Mitarbeiter, der u. U. noch mehr arbeitet. Alle Verdienste des ursprünglichen Mitarbeiters sind damit vergessen, da er ja nicht mehr richtig funktioniert.

Ich frage mich auch oft, ob es im Leben nicht noch mehr gibt als Arbeit. Arbeit gehört für mich dazu und es ist irgendwie auch die Würze. Aber zu viel Würze verdirbt jede Speise.

LG
Alleinzuhaus
Verfasst am: 29. 06. 10 [14:29]
amalie
Dabei seit: 26.06.2009
Beiträge: 365
@oachkatzl

Ich freue mich, dass es dir wieder etwas besser geht. Du bist jetzt in den besten Händen und dir wird geholfen, um mit allem fertig zu werden. Ich wünsche Dir alles, alles Liebe und Gute


@Alleinzuhaus1

Ich denke, dass diese Dauerbelastung und der Leistungsdruck den Menschen ganz schön mitspielt. Aber: Niemand spricht davon, wie es einen kaputt machen kann, wenn es anderherum geht! Immer in Action gewesen und dann plötzlich nichts mehr. Du kannst mir glauben - dass ist furchtbar - ich erlebe es gerade. Vor zwei Jahren noch, wusste ich nicht, was ich zuerst machen soll, habe aber trotzdem meine Aufgaben erledigt und ich kann sagen, dass man immer zufrieden war. Seit ca. 1,5 Jahren wurde mein Aufgabenbereich systematisch aufgelöst. Mal hier etwas an eine Kollegin, mal da etwas an eine Kollegin usw. Nachdem ich das bei meiner Chefin angesprochen habe - damals - ging hier wieder etwas weg und da wieder etwas weg. Das habe ich dreimal erlebt. Danach habe ich nichts mehr gesagt. Ich gehe jetzt seit Monaten früh auf Arbeit und weiß nicht was ich dort soll. Ich bekomme kaum E-Mails, kaum Anrufe, habe kaum etwas zu tun. Meine Chefin weiß das. Da ich angekündigt hatte, zum Jahresende zu gehen, habe ich seit 1 Monat eine Kollegin an meiner Seite, die ich einarbeiten soll. Ja - richtig - ich sollte 6 Monate lang eine Kollegin einarbeiten. Also zeige ich ihr jetzt 6 Monate lang wie die Post gemacht wird??????? Ich habe schon nichts zu tun und wenn ich mal einen Brief überarbeiten soll, dann bekommt eine andere Kollegin die gleiche Aufgabe. Zu dumm, dass ich es mitbekommen habe. Und man darf auch nicht mit trüber Mine rumlaufen, dann bekommt man vorgeworfen, dass man die anderen Kollegen demotiviert. Ja glauben die denn, dass ich in der Situation noch lachend über den Gang hüpfe? Ich habe es sooooooo satt ... und habe reagiert. Mal sehen ob man mir wenigstens einen Aufhebungsvertrag zu Ende August gönnt. Ich kann einfach nicht mehr: Kaputt gemacht mit Arbeitsentzug - auch so herum kann es gehen!

LG amalie
Verfasst am: 29. 06. 10 [15:33]
Alleinzuhaus1
Dabei seit: 05.08.2005
Beiträge: 450
@amalie

Es tut mir sehr leid, was Dir da gerade passiert. Ich kann Deine Gefühle sehr gut verstehen. Ich kenne auch einige Assis, die eigentlich nur als Deko genutzt werden bzw. nichts zu tun haben. Jedoch kenne ich auch einige andere Damen, die weder am Samstag noch am Sonntag Ruhe vor ihrem Chef haben, weil er eben ständig am Telefon hängt und die Mitarbeiterin ins Büro zitiert. Von Überstunden am Abend reden wir schon gar nicht mehr. Da ist das Privatleben gleich null. Bei einer Bekannten ist dadurch auch schon die Ehe in die Brüche gegangen.

Mir persönlich ist es vor einigen Jahren ebenso zweimal kurz hintereinander so ergangen, was Du derzeit erlebst. Leider gibt es viele Chefs, die eine Assistentin als Deko sehen und deshalb einfach jemand da sitzen haben wollen, weil sie meinen, dass sie eben dieses Statussymbol benötigen. Denen ist es völlig egal, ob Arbeit da ist oder nicht.

Beim ersten Mal habe ich 6 Monate alleine in der Niederlassung gesessen. Auf meine Bitte um Arbeit meinte mein damaliger Chef, der in einer anderen Niederlassung saß nur, ich könne mir ja ein Buch mitbringen ... Zufrieden war man damit auch nicht. Auf diese Art und Weise hofft man, Mitarbeiter los zu werden und keine Abfindung zahlen zu müssen. In der Firma wurden auch höhere und damit teure Mitarbeiter auf diese Art und Weise ausgehungert. Der Firma war es einfach nur wichtig, eine Anschrift in dem Ort zu haben. Da nur ein Briefkasten nicht ausreichte, wurde ich als Deko da hingesetzt, falls sich doch mal jemand in das Büro verirrte. Man sah den ganzen Tag keine Menschenseele, hatte nicht mal eine Kollegin oder einen Kollegen mit der man mal hätte ein Wort wechseln können. Die Reinigungskraft war auch nicht mehr ersetzt worden, als sie in den Ruhestand trat. So war ich tatsächlich 6 Monate da alleine ohne Kontakt zu menschlichen Wesen, wenn man das Telefon mal außen vor lässt. In meinem Urlaub blieb das Büro einfach leer. Post oder Telefon gab es natürlich so gut wie gar nicht, da ja niemand diese Niederlassung benötigte. Deshalb auch der Chef in der anderen Niederlassung, da es für diese Niederlassung keinen Chef mehr gab.

Ich habe seinerzeit auch sehr gehofft, dass man mir einen Aufhebungsvertrag anbot. Den Gefallen hat man mir leider nicht getan. Irgendwann wurde die Niederlassung dann mal wieder kurzzeitig belebt, was jedoch nur kurze Zeit anhielt. Heute existiert diese Niederlassung überhaupt nicht mehr. Meine Nachfolgerin, ja, die gab es tatsächlich, hat da auch noch mehr als 6 Monate dumm rumgesessen. Mir war es nämlich in der Zwischenzeit gelungen, an anderer Stelle eine neue Stelle zu finden.

Bei der neuen Stelle lief es erst auch recht gut. Da wir nur von einem Kunden abhingen und mein Chef sich mit ihm überworfen hatte, gab es auch da nach gut einem Jahr keine Arbeit mehr. Meinen Chef habe ich auch mehrfach darauf angesprochen. Ohne Erfolg. Ich bekam immer nur zu hören, dass es eine vorübergehende Angelegenheit sei und ihm neue Aufträge avisiert worden seien. Hier war das Problem, dass ich immer so tun musste, als ob Arbeit da wäre. Mein Chef saß mit mir und meiner Kollegin in einem Großraumbüro und erwartete von uns, dass wir taten als ob. Kannst Du Dir vorstellen, was das für ein Gefühl war. Als ich dann nach 8 Monaten meinen Sommerurlaub antrat, wurde ich während dieser Zeit wegen Arbeitsmangel gekündigt. Zwei Tage vor Urlaubsende wurde ich nach Feierabend ins Büro gebeten, um mir meine Kündigung abzuholen.

Glaub mir, nach diesen Erfahrungen würde ich mich zwar noch für eine Firma einsetzen, jedoch habe ich mir geschwören, meine Grenzen klar zu definieren und auch darauf zu achten, dass diese eingehalten werden. Nach solchen Erfahrungen verwurzelt man einfach nicht mehr so stark mit einem Unternehmen.

Ich stimme Dir zu. Langeweile wie auch Überarbeitung sind sehr schlimm. Allerdings hat man bei Überarbeitung noch die Chance nein zu sagen, auch wenn es schwer fällt. Bei Langeweile darf man nicht einmal selber kündigen, weil man dann noch eine Sperre vom Amt bekommt, da die Firma in den meisten Fällen nicht bereit ist, dem Amt zu bestätigen, dass tatsächlich keine Arbeit da war.

Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass diese Situation bald für Dich ein Ende findet und Du eine interessante Aufgabe an anderer Stelle findest.

LG
Alleinzuhaus