So beweisen Sie Stil beim Thema Trinkgeld im Restaurant

16. November 2011 | Thema: Stil & Etikette  | Kommentare lesen (0) | (0)

In ostasiatischen Ländern sorgt ein gut gemeintes Trinkgeld von Touristen häufig für Verwirrung, denn eine klassische Trinkgeldkultur gibt es dort nicht. In Europa hingegen haben wir ein kompliziertes Trinkgeld-System, das viele Deutsche verunsichert.

Soll ich Trinkgeld geben oder nicht?

Und, wenn ja, welcher Betrag ist angemessen? Rainer Wälde kennt die Problematik durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Gastronomie, der Hotel- und Reisebranche sowie aus anderen Berufsgruppen. Er rät:

  1. Wählen Sie in Zweifelsfällen – zum Beispiel wenn sich jemand durch ein Trinkgeld beleidigt fühlen könnte – statt Geld eine kleine Aufmerksamkeit als Dank.
  2. Geben Sie in den typischen Trinkgeld-Berufen (Gastronomie, Hotel- und Reisebranche, Schönheitssalons wie Friseur/Kosmetik etc.) ein Trinkgeld, wenn Sie mit der Leistung zufrieden waren.
  3. Begleiten Sie Ihr Trinkgeld mit einigen dankenden und/oder lobenden Worten.
  4. Verzichten Sie bei berechtigtem Grund zur Klage lieber ganz darauf, Trinkgeld zu geben, statt in solchen Fällen die Rechnungssumme nur um einige Cent aufzurunden.

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Ein Trinkgeld gilt heute im Dienstleistungsbereich als Lob / Dank für eine gute Leistung. Der Begriff „Trinkgeld“ taucht gedruckt bereits im 14. Jahrhundert auf. Damals trauten die „Herrschaften“ dem „niederen“ Personal nichts Besseres zu, als sich für die herablassend hingeworfenen Münzen zu betrinken. Ein Rest dieses diskriminierenden Denkens haftet dem Wort „Trinkgeld“ immer noch an, obwohl sich die Bedeutung grundlegend geändert hat.

Trinkgeld heute: Wertschätzend statt herablassend

Deshalb ist es wichtig, sich über die stilvolle Übergabe eines Trinkgeldes, die den Annehmenden nicht verletzt, Gedanken zu machen. Wer zum Beispiel als Gast im Restaurant oder Hotel den Eindruck verbreitet „Für mein Geld kann ich euch ‚Menschen zweiter Klasse’ springen lassen“, wird sich auch mit reichlich gegebenem Trinkgeld nicht beliebt machen.

Das gilt ebenso bei einem ausbleibenden oder im Vergleich zu den üblichen Gepflogenheiten zu geringes Trinkgeld.

Beispiel: Eine Restaurant-Rechnung wird von 99,50 € auf 100 € aufgerundet.

Diese „Geste“ beleidigt eine Restaurantfachkraft mehr, als dass sie Freude bereitet.

Trinkgeld als freiwillige Gabe

Im Gegensatz zu den USA, wo das Trinkgeld im Restaurant ein Muss ist, bleibt es in Deutschland Ihre Entscheidung, ob Sie im Restaurant Trinkgeld geben oder nicht. Es ist jedoch üblich und wird in der Regel erwartet. Waren Sie mit dem Service zufrieden, sollten Sie Ihr Trinkgeld an der „5-bis-10-Prozent-Faustregel“ errechnen. Legen Sie je nach Zufriedenheitsgrad zwischen 5 und 10 Prozent der Rechnungssumme dazu.

Wollen Sie bar zahlen, und haben Sie den Rechnungsbetrag plus des von Ihnen spendierten Trinkgeldes passend? Dann ist es kein Fauxpas, die Summe mit einem „Vielen Dank, es stimmt so“ oder „Danke sehr, der Rest ist für Sie“ zu übergeben. Ebenso höflich ist es, falls Sie die Endsumme nicht passend haben, den Betrag zu nennen, den Sie zurückhaben möchten: „Bitte geben Sie mir 10 € zurück“, oder zu sagen: „Runden Sie bitte auf 60 € auf.“

In Teil II des Tipps lesen Sie dann nächste Woche auf was Sie bei Trinkgeld im Hotel und auf Reisen allgemein beachten sollten. Wenn Sie so lange nicht mehr warten möchten, können Sie die aktuellen Tipps & Trends des Großen Knigge auch hier kostenlos anfordern.

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Schlagwörter: Trinkgeld






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