Ein unerwartetes Treffen auf dem Weihnachtsmarkt

8. Dezember 2008 | Thema: Tagebuch der Sarah Kammberg  | Kommentare lesen (0) | (7)

Ich wünsche Ihnen allen eine wunderschönen Guten Morgen!

Letzte Woche waren mein Mann und ich abends auf einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt, der seit einigen Jahren hier in der Nähe regelmäßig stattfindet. Da ich ja momentan z. B. keinerlei Zucker und schon gar keinen Alkohol zu mir nehmen darf, war es eine mittelschwere Quälerei. Aber wir waren auf der Suche nach zusätzlichem Schmuck für unseren Weihnachtsbaum und den schönsten haben wir im letzten Jahr auf diesem Weihnachtsmarkt gefunden. Also habe ich mich tapfer durch all die feinen Düfte durchgequält. War ich froh, als ich einen Stand mit selbstgemachten Reibekuchen entdeckt habe. DIE darf ich nämlich.

Als ich gerade sehr genüsslich in den ersten Reibekuchen reingebissen hatte, hörte ich hinter mir eine sehr vertraute Stimme sagen: "Das ist ja eine tolle Diät. Wenn man da fettige Reibekuchen essen darf, mach ich die auch." Wieso musste mein Chef denn ausgerechnet heute auch auf diesen Weihnachtsmarkt gehen? Für ihn war die Anfahrt schon mit einigem Aufwand verbunden und daher hatte ich mit ihm überhaupt nicht gerechnet. Am schlimmsten aber war, dass er ein paar Geschäftsfreunde dabei hatte, die ich für ein morgiges Meeting im Kalender stehen hatte. Michael hatte mir überhaupt nicht erzählt, dass er mit ihnen auch ein privates Rahmenprogramm geplant hatte.

Also stand ich da in meiner dicken Winter-Freizeit-Kluft, hatte triefenden Reibekuchen im Mund und guckte in grinsende Gesichter. Ich warf meinem Mann einen hilfesuchenden Blick zu, aber der grinste auch über das ganze Gesicht. Wie ich solche Momente hasse! Gott sei Dank war es ja schon dunkel und so konnten die Herren nicht sehen, dass ich ein wenig rot geworden war. "Frau Kammberg hat nämlich einige Lebensmittelallergien und einen sehr eingeschränkten Speiseplan." Jetzt reichte es! Ich hab schnell meinen doch sehr leckeren Reibekuchen runtergeschluckt und versucht meine Rest-Ehre zu retten.

Ich habe also genauso breit zurückgelächelt und erklärt, dass Kartoffeln Teil meines Speiseplans seien, ich aber leider auf das Apfelmuß hätte verzichten müssen. Ob einer der Herren vielleicht meine Portion haben wollte? Das sei sicherlich gesünder als viele andere Dinge, die man auf so einem Weihnachtsmarkt finden würde. Diese Anspielung ging in Richtung der riesen Portion Zuckerwatte, die Michael in der Hand hielt. Jetzt waren wir quitt und konnten alle herzhaft lachen. Wir haben dann noch ein wenig geplaudert und dann ist Michael mit den Herren wieder weiter gezogen und ich konnte meine Reibekuchen endlich in Ruhe genießen. Und meinen Weihnachtsschmuck habe ich auch gefunden.


Ihre Sarah Kammberg

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