Der Unfall einer Kollegin
19. Januar 2009 | Thema: Tagebuch der Sarah Kammberg | Kommentare lesen (0) | 



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Was bin ich froh, dass ich heil und gesund aus meinem Skiurlaub zurück gekommen bin! Egal wo man gerade hinhört, überall wahre Horrorgeschichten von Leuten, die sich dieses Jahr irgendetwas beim Skifahren getan haben. Ich klopfe fast jeden Tag schnell auf Holz und sage ein lautes "Danke!" nach oben. Denn wie schnell so was richtig böse enden kann, kann man ja seit einiger Zeit in den Medien verfolgen. Auch eine Kollegin von mir meldete sich jetzt mit einem Kreuz- und Innenbandriss aus ihrem Skiurlaub zurück und reichte eine Krankmeldung bis voraussichtlich Mitte Februar ein. Die Bindung war nicht aufgegangen und irgendetwas musste beim Sturz schließlich nachgeben. Und das waren dann die Bänder.
Schnell wurde ihr Unfall ein Thema bei uns im Büro und ich war wieder einmal erstaunt zu hören, wieviele unterschiedliche Behandlungsmethoden es bei ein und derselben Krankheit gibt. Die einen wussten, dass am besten sofort operiert wird. Bei Bekannten von anderen war erst sechs Wochen gewartet worden und dann hatte man operiert. Wieder andere meinten, eine Operation sei nicht nötig. Ich war ein wenig geschockt, wie sehr eine "optimale" Therapie von dem Standpunkt des Arztes abhängt. Frag drei Ärzte und du hast fünf Meinungen. Auf was soll man sich da als Laie denn verlassen? Wie kann man rausfinden, welche Meinung die richtige ist? Denn der eigene klare Menschenverstand hilft hier auch nur sehr begrenzt weiter.
Ich habe am Wochenende mit meiner Kollegin lange telefoniert und was sie mir von ihrem Arzt erzählte, klang ziemlich gut. Sie wird jetzt schnellstmöglich operiert, denn ohne Innenband hat das Knie keinen Halt und man kann nicht warten, bis im Knie wieder Ruhe eingekehrt ist. Aber die Prognose, wann sie wieder auf Highheels durchs Büro laufen kann, waren eher düster. Es hörte sich nicht an, als wenn sie in den nächsten Wochen wieder arbeiten kommen würde.
Aufgrund unserer internen Struktur war ich mir sicher, dass mich ihre Krankheitsvertretung nicht erwischen würde. Aber da sie ja für längere Zeit ausfallen wird, konnte man ihre Arbeit nicht wie sonst umverteilen. Also wird es mich doch auch erwischen. Aber wenn das der Preis dafür ist, dass ich heil aus meinem Skiurlaub gekommen bin, dann mache ich das sehr sehr gerne. Und hoffe dann jetzt gleich aus mehreren Gründen, dass sie rasch wieder gesund wird.
Lesen Sie heute im Themenkanal Rechtschreibung auch den folgenden Tipp: Mit Farbbezeichnungen sollten Sie es nicht zu bunt treiben
Ihre Sarah Kammberg
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