Akademische Titel: Dürfen Sie den "Doktor" in Anrede und Anschrift einfach weglassen?

30. Mai 2008 | Thema: Anreden & Anschriften  | Kommentare lesen (1) | (13)

Hat jemand einen akademischen Titel, sollten Sie ihn in der Anschrift und in der Anrede verwenden. Auch wenn der Umgang mit Titeln heute spürbar lockerer als früher ist, sollten Sie sich im Geschäftsleben unbedingt an die Regeln der Höflichkeit halten.

Hat jemand einen akademischen Titel, sollten Sie ihn in der Anschrift und in der Anrede verwenden. Auch wenn der Umgang mit Titeln heute spürbar lockerer als früher ist, sollten Sie sich im Geschäftsleben unbedingt an die Regeln der Höflichkeit halten.

Gesetzliches Recht

Nach § 1 des Gesetzes über die Führung akademischer Grade ist der Inhaber eines akademischen Grades berechtigt, diesen zu führen. Es gibt kein gesetzliches Recht, dass Sie einen Doktor auch mit Doktor ansprechen. Das ist lediglich ein "Höflichkeits-Recht" und gehört zum guten Stil in der Kommunikation.

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Achtung Gerücht! Der Doktortitel ist kein Namensbestandteil

Der akademische Grad wird dem Namen vorangestellt, z. B. im Briefkopf, in der Anrede und Anschrift und bei Doktortiteln in der Unterschrift. Akademische Grade sind jedoch kein Bestandteil des Familiennamens, wie oft gern behauptet wird.

Eine Pflicht der Höflichkeit: Der akademische Titel gehört in die Anrede und in die Anschrift

Die akademischen Grade "Doktor/Doktorin" und "Professor/ Professorin" gehören unbedingt zur höflichen Anrede und Anschrift dazu. Üblich sind folgende Gepflogenheiten: Der Doktortitel wird stets abgekürzt, der Professorentitel nur, wenn es Platzprobleme (z. B. im Anschriftenfeld) gibt.

Beispiele:

  • Sehr geehrter Herr Professor Meinert,
  • Sehr geehrter Herr Dr. Soltau,
  • Sehr geehrte Frau Professorin Bremer,
  • Sehr geehrte Frau Dr. Drews,

Dürfen Sie akademische Titel in Anrede und Anschrift auch weglassen?

In einigen Unternehmen gehört es zur Firmenphilosophie, auf akademische Grade zu verzichten. Sie werden gar nicht erst auf die Visitenkarten gedruckt. In solchen Fällen können Sie auf den akademischen Titel in der Anrede und in der Anschrift verzichten. Macht der Titelinhaber Ihnen gegenüber deutlich, dass er nur mit seinem Namen angesprochen werden möchte, können Sie den Titel ebenfalls weglassen. In der Briefanrede ist dies ebenfalls möglich - allerdings nur, wenn Sie einen Brief selbst unterschreiben. Wird er von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin unterzeichnet, gilt die Zustimmung der Empfangsperson nicht automatisch.

Der große Knigge - Mit Takt und Stil zum Ziel

Gehören die Zusätze Dr. med. oder Dr. rer. nat. auch in Anrede und Anschrift?

Die Bedeutung der lateinischen Zusätze zum Doktortitel ist wenig bekannt. Sie benennen die Fakultäten der promovierten Personen und geben damit einen interessanten Hinweis auf das absolvierte Hochschulstudium. Ist beim Doktortitel die Fakultät bekannt, kann sie im Anschriftenfeld benannt werden - beispielsweise, ob es sich um einen medizinischen, natur- oder geisteswissenschaftlichen Titel handelt.

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Hallo Gast

1

cees cees | 19. Mai 2010, 16:03 Uhr

Zu unterscheiden wäre generell zwischen Adresse einerseits und Anrede andererseits. Letztere gehört zum Adressativsystem der gegebenen Sprache. [Anschrift:] Herrn/Frau Dr. med Max(i) Muster
Straße Hausnummer, PLZ Ort; [Anrede:] nicht: "Sehr geehrte Frau Dr. med. Muster,/!", sondern "Sehr geehrte Frau Dr. Muster,/!" Höflicher ist aber nach wie eher "Sehr geehrte Frau Doktor (Muster),!".
Es ist übrigens kaum begründbar, wieso nur die Anrede eines Doktors abgekürzt werden soll / darf.

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